Lektorat


27 merkwürdige Geschichten aus der Schweiz

Dominik Landwehr berichtet über kulturhistorische Themen von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart, die alle in der Schweiz spielen. Sein Spektrum reicht von den in Zürich erfundenen Photochrome-Bildern und Gianni Andreolis Wolkenprojektor ‹Spitlight› über einen Zirkuslöwen, den sich ein Benediktinerpater im Kloster Einsiedeln hielt, zu den Erfolgen des Zuger Kryptographie-Unternehmens Crypto AG und dem Brettspiel ‹Kreml›, das in Deutschland, den USA und Japan heiss begehrt, in der DDR aber verboten war.

Die merkwürdigen Geschichten umkreisen das Thema ‹Medien›: Das ‹Gespensterbuch› des Zürcher Pfarrers Ludwig Lavater über Berggeister und Lichterkrebse war ein Medium, ebenso der voluminöse ‹Eidophor›-Projektor für Grossbildfernsehen. Die winzige 35mm Kamera ‹Tessina›, die bei der Stasi ebenso beliebt war wie bei der CIA, war ein Medium,. Auch das geheime Tagebuch des Rechtspopulisten und Franco-Verehrers James Schwarzenbach, der gegen «Überfremdung» politisierte und zum Katholizismus konvertierte, war ein Medium. Der Autor schafft hier ein Panoptikum fesselnder Erzählungen zum medialen Wandel über die Jahrhunderte.

Dominik Landwehr, Journalist, Kultur- und Medienwissenschaftler, publiziert seit vielen Jahren zu den Themen Digitalisierung, Technikgeschichte und Industriekultur. Er war lange Zeit Leiter des Fachbereichs «Pop & Neue Medien» beim Migros-Kulturprozent und hat Beiträge und mehrere Bücher über digitale Kunst und Kultur verfasst.


Dominik Landwehr
160 Seiten, 25 Abbildungen, Deutsch (Text: Dominik Landwehr; Gestaltung: Huber/Sterzinger; Lektorat: Claus Donau; Open Access Publikation). Zürich 2024